Symposium in Montabaur endet mit eindrucksvollem Konzert

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Eindrucksvoller hätte die zweitägige Veranstaltung des Chorverbandes Rheinland-Pfalz am Wochenende in den Räumlichkeiten des Landesmusikgymnasiums in Montabaur nicht ausklingen können als mit dem Abschlusskonzert in der Mehrzweckhalle von Elgendorf. Gestern titelte die WZ: „Ein Männerquartett krönt die Tagung.“ Die Vorträge der drei Ensembles, die in Elgendorf ein 300-köpfiges Publikum für eineinhalb Stunden in ihren Bann zogen, dürften nicht nur für passionierte Freunde des Chorgesanges die „Krönung“ des ersten Symposiumtages noch übertroffen haben. Nicht zuletzt deshalb, weil hier in drei Chorgattungen Gesang von Laienchören in Vollendung zelebriert wurde.

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Singsations ist ein Mädchenchor, den Jessica Burggraf zu einem hervorragenden Ensemble geformt hat. Ihre Stimmen rissen das Publikum in Elgendorf zu Beifallsstürmen hin. Foto: Hans-Peter Metternich

Singsations ist ein Mädchenchor, den Jessica Burggraf zu einem Ensemble geformt hat, das seinesgleichen in der Region und darüber hinaus sucht. Mit ihren glockenklaren Stimmen, mit einer Präzision, die die Zuhörer immer wieder in Erstaunen versetzte und mit einer im Vortrag nahezu spielerischen Leichtigkeit rissen die jungen Damen das Publikum zu Beifallstürmen hin. Ob mit englischem oder französischem Liedgut, mit Volksliedern oder zeitgenössischen Kompositionen: Singsations bewegte sich traumhaft sicher. „Wenn Sie glauben, falsche Töne zu hören, dann sind die richtig“, kommentierte Jessica Burggraf augenzwinkernd die Polyfonie, die der Chor mit Bravour meisterte. „Herrlich“, kommentierte ein begeisterter Sänger im Saal spontan.

Einst waren es Limburger Domsingknaben, heute präsentieren die 18 gestandenen Männer von Cantabile Limburg um Jürgen Faßbender Männerchorgesang wie Orgelklang. Dabei beherrschen sie die Männerchorliteratur alter Meister ebenso souverän wie Werke von Komponisten der Neuzeit. Hier die feierlichen „Sternschnuppen“ von Anton Bruckner, dort im tonalen Gegensatz „Lux aurumque“ (Licht und Gold) des Zeitgenossen Eric Whitacre. Hier schien goldenes Licht aus goldenen Kehlen zu fließen. Klänge aus Glas umflochten wie ein hauchzartes Spinnengewebe bei „Stars“ von Eriks Esenvalds den polyfonen Männerchorgesang, der mit „Oh gäb's doch Sterne, die nicht bleichen“ (Alwin Strobel) in der Vielstimmigkeit noch eine Steigerung erfuhr. Mit einem Männerchorklassiker hatte Cantabile Limburg begonnen, und mit dem hauchzart vorgetragenen Klassiker „Schöne Nacht“ ließen die Ex-Domsingknaben ihren außergewöhnlichen Auftritt ausklingen. Nicht minder bemerkenswert stellte sich der Kammerchor Belcanto vor. Unter Michael Rinscheid schwang sich dieser gemischte Chor in Elgendorf zu Höchstleistungen empor. Die Sänger fühlten sich bei Werken der Romantik von Brahms und Dvorak ebenso wohl wie bei „Elijah Rock“, einem äußerst anspruchsvollen achtstimmigen Stück von Moses Hogan, das die Chormitglieder trotz höchster sängerischer Herausforderung lupenrein intonierten. Ebenfalls achtstimmig sprühte es nur so aus den Kehlen von Belcanto bei einem spritzigen, rhythmisch und dynamisch traumhaft vorgetragenen italienischen Volkslied. Die Erkenntnis des Chorverbandspräsidenten Karl Wolff am Ende des Konzertes, „der Chorgesang im Land steht gut da“, hat sich in Elgendorf auf jeden Fall eindrucksvoll bestätigt.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 26. Januar 2016, Seite 13