Feuerwehr Hundsangen übt Eisrettung im Freibad

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Trotz anhaltendem Tauwetter sind die Temperaturen in den Abendstunden nicht dazu angehalten an Schwimmbad oder Tauchgänge in einem Freibad zu denken. Doch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der DLRG Ortsgruppe waren die kühlen Temperaturen richtig. So gab es beste Voraussetzungen eine gemeinsame Übung unter dem Thema „Eisrettung“ durchzuführen. Denn es hatte noch 12 Zentimeter Eisdecke im großen Becken des Freibades, in die von den Bergetauchern aus Westerburg mit der Kettensäge drei große Löcher gebohrt wurden. Dies waren erste Maßnahmen um diese Übung letztendlich durchzuführen. Angenommen wurde, dass Personen in dünnes Eis eingebrochen sind und die es gilt zu retten.

Eisrettung Feuerwehr Hundsangen 2017

Vorher übernahm der Leiter der Westerburger Tauchgruppe Hartmut Roller die Aufgabe den theoretischen Teil in Form von Informationen zu leiten. Demnach können Menschen bei einem stehenden Gewässer nur auf das Eis, wenn es mindestens eine Dicke von 15 Zentimeter hat. Bei fließendem Gewässer sind es fünf Zentimeter mehr, nämlich 20 Zentimeter. Hartmut Roller richtete einen Appell an die Feuerwehraktiven. „Bei solchen Einsätzen seid ihr zuerst da. Ruft aber gleichzeitig die Taucher damit keine wertvolle Zeit vergeht“. Besondere Vorsicht sei bei einer verschneiten Eisfläche geboten. Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr sei weiterhin eine Rettungsweste Pflicht und es dürfe nur mit Leinensicherung gearbeitet werden. Hartmut Roller verdeutlichte die Dringlichkeit in Form von Zahlen. Demnach wird ein Mensch der in eine Eisdecke einbricht nach 8 bis 10 Minuten bewusstlos und nach einer halben Stunde besteht Lebensgefahr. Personen, die gerettet werden, sollten nicht senkrecht, sondern flach transportiert werden. Ganz gefährlich wäre es bei der Versorgung der Geretteten mit heißem Wasser zu arbeiten.

Weitere Informationen kamen durch Klaus Eichmann von der Feuerwehr der die Organisation dieser Übung inne hatte. „Wir wollen eine Übung abhalten die so realistisch wie möglich ist“ war die Vorgabe von Klaus Eichmann an seine Aktiven. Denn anschließend ging es an das Flutlicht getauchte Freibad wo schon eine große Menge an Schaulustigen wartete die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Sie wurden Zeuge wie die Taucher sich zu Beginn die Löcher in die Eisdecke sägten in die sie anschließend stiegen. Angezogen mit Neoprenanzüge von 5,5 Millimeter Dicke. „Das sind Trockentauchanzüge. Darunter habe ich noch warme Kleidung“ erzählt Maik Rosenkranz von den Bergungstauchern aus Westerburg. Jeden Monat gibt es für die Taucher eine Übungsstunde. Und wenn dann die Möglichkeit besteht an einem Eistauchgang teilzunehmen wird diese Gelegenheit gerne angenommen.

Gleich mehrere Möglichkeiten gab es dann für die Einsatzkräfte der Feuerwehr einen Menschen aus dieser misslichen Lage zu retten. Zuerst wurde mit einer Leiter geprobt. Auf dieser Leiter liegend robbte sich der Feuerwehrmann bis zum Einsturzloch um denn zu Rettenden ans sichere Ufer zu bringen. Weiter wurde ein Schlauchboot genutzt und letztendlich auch eine Menschenkette auf dem Bauch auf der Eisdecke liegend. Auch hier wurde immer wieder auf das Anleinen hingewiesen. Als für die Feuerwehr die Übung zu Ende war nutzten die Taucher noch die Gelegenheit um unter der Eisdecke in dem vier Grad kalten Wasser Tauchgänge durchzuführen. Eine Aktion die nicht so einfach ist, hat doch die komplette Tauchausrüstung ein Gewicht von mindestens 40 Kilogramm. „Bei großen Atemschutzflaschen kann es auch schon mal 50 Kilogramm werden“. Anschließend gab es für alle Beteiligten noch einen Imbiss und einen heißen Glühwein. kdh

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