kongress2013-450

Perspektiven – Praxis – Potentiale

  • Welche Chancen hat der ländliche Raum?
  • Was kann eine Gemeinde gegen Leerstand tun?
  • Wie bleiben unsere Dörfer attraktiv?
Der Kongress in Meudt hat die verschiedenen Fragen und Aspekte des Wallmeroder Modells »Leben im Dorf – Leben mittendrin« beleuchtet, und Experten haben in ihren Vorträgen hilfreiche Lösungsansätze zur Belebung der Ortskerne beschrieben.

Hier finden Sie das:
sowie Presse- und Fernsehbeiträge im unteren Bereich der Seite.

Klaus Lütkefedder
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod

Kongress erörtert Leben im Dorf

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Über die Möglichkeiten der ländlichen Regionen gesprochen

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„Wie steht es um die Zukunft der Dörfer?“ Was macht das Leben in den Dörfern attraktiver?“ oder „Wie kann man der Flucht von Menschen aus den Dörfern entgegen wirken?“ Alles Fragen, die zu den vielen anderen Fragen kamen, die im Rahmen des Kongresses „Leben im Dorf – Perspektiven – Praxis – Potenziale“ in der Gangolfushalle Meudt von einem illustren Kreis von Experten, Politikern sowie Gästen diskutiert wurden, ohne am Ende die Initiallösung zu haben.

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Trotz allem war dieses Thema so wichtig, dass sich zur Eröffnung durch Bürgermeister Klaus Lütkefedder die Halle mit mehr als 200 Interessierten füllte, die aus ganz Deutschland den Weg in den Westerwald gefunden hatten. Zu ihnen gehörte die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung und Forsten im Land Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, der Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung aus Bonn, Dr. Hans-Christoph Eiden, die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, der Verbandsdirektor des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, Winfried Manns, sowie der Landrat des Westerwaldkreises, Achim Schwickert. Schon nach dem ersten Programmpunkt führten sie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Welche Chancen hat der ländliche Raum?“. Klaus Lütkefedder nutzte die Gelegenheit, um zu Beginn in kurzen Worten das eigene Projekt „Leben im Dorf – Leben mitten drin“ vorzustellen. Demzufolge sind in 21 Gemeinden bisher 154 Projekte realisiert worden. Alte Gebäude wurden saniert oder abgerissen und an gleicher Stelle neue erreichtet, oder es wurden Baulücken bebaut.

Zum gleichen Thema hielt Dr. Steffen Kröhnert vom Institut für Bevölkerung und Entwicklung Berlin, begrüßt durch Moderator Manuel Dillinger vom Nabu-Deutschland, ein Impulsreferat zum Thema „Wer will denn schon ins Dorf?“ In Deutschland sei ein Rückgang der Menschen zu verzeichnen, so Kröhnert, der bis zum Jahr 2060 10 Millionen weniger Einwohner in Deutschland befürchten lässt. Ein Rückgang von 30 Prozent an erwerbsfähigen Menschen und dazu immer weniger Geburten („derzeit 1,4 Kinder pro Frau“) seien die Ursache. Drei Gründe für eine Landflucht nennt Kröhnert: Dies seien die wirtschaftsstrukturellen Veränderungen, der steigende Bildungsstand (Abitur und danach in der Stadt studieren) und die Lebensqualität für junge Familien.

Auf die Frage „Was tun?“ gab es gleich mehrere Antworten. Dazu gehöre es, regionale Ungleichheiten zu akzeptieren, überhöhte gesetzliche, infrastrukturelle Standards an Schrumpfungsbedingungen anzupassen, den Regionen ihre Handlungsautonomien zurückzugeben und Regionen Kontingente zur Verfügung zu stellen, einen Fond für den Rückbau von Dörfern oder deren Abriss von Schrottimmobilien einzurichten sowie Industriebrachen der Natur zurückzugeben. Zuguterletzt ermöglichen kreative Lösungen wie Stiftungen im ländlicher Raum einzurichten, einige Veränderungen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion bekam Landrat Achim Schwickert den meisten Applaus für seine Aussage „Wir hören hier immer nur die Namen von Großstädten. Wir brauchen kein Geld von der Europäischen Union – man sollte uns das Geld lassen was hier verdient wird“.

Westerwälder Zeitung, Klaus-Dieter Häring vom Freitag, 13. September 2013