Warum Kommunen Köpfe zusammenstecken

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Kooperation der Verbandsgemeinden Westerburg und Wallmerod für „Leben im Dorf“ wird weiter ausgedehnt

Hinter dem Wallmeroder Modell „Leben im Dorf – Leben mittendrin“ steht ein Förderprogramm der Verbandsgemeinde (VG) Wallmerod zur Belebung der Ortskerne. Dieses wird jetzt noch weiter über die Grenzen der VG Wallmerod hinaus und in die VG Westerburg hineingetragen. Mehr noch: Neben einer entsprechenden Vereinbarung durch die Bürgermeister Klaus Lütkefedder und Gerhard Loos wurde noch eine zweite Vereinbarung für das Programm „Lange leben mittendrin“ getroffen.

Zur Erinnerung: Seit 2004 wirkt in den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Wallmerod das Förderprogramm „Leben im Dorf“ auf die Entwicklung der Ortskerne ein. Im Jahr 2014 wurde das Programm auf fünf Ortsgemeinden der VG Westerburg ausgedehnt. Die verwaltungsmäßige Abwicklung erfolgte durch die VG Wallmerod. Ab Januar 2018 soll sich das Förderprogramm nunmehr auf alle Ortsgemeinden der VG Westerburg erstrecken. Zudem haben beide Verbandsgemeinden im Rahmen der Zukunftsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz „Starke Kommunen – starkes Land“ ein gemeinsames Programm „Lange leben im Dorf“ entwickelt, das auf die Ertüchtigung vorhandener Bausubstanz im Hinblick auf den barrierefreien Umbau sowie die Schaffung von abgetrennten Wohneinheiten abzielt. Um den Verwaltungsaufwand zur Umsetzung der beiden Programme zu minimieren und Synergieeffekte mit den Erfahrungen der VG Wallmerod in der Vergangenheit zu erreichen, haben die Verbandsgemeinden einen gemeinsamen „Leben-im-Dorf-Ausschuss“ gebildet und Kooperationsvereinbarungen unter anderem mit der Formulierung gemeinsamer Ziele wie die Festlegung der Fördergebiete, die Anerkennung der Förderrichtlinien und die Antragsverfahren getroffen. Die Vereinbarungen schaffen für die Programme „Leben im Dorf – Leben mittendrin“ und „Lange leben mittendrin“ die rechtskräftige Basis. Bei der Ratifizierung der Vereinbarungen zeigte Klaus Lütkefedder auf, welche „Erfolgsgeschichte“ hinter dem Wallmeroder Modell „Leben im Dorf“ steckt. Seit 2004 bis Ende dieses Jahres wurden 300 Projekte gefördert. Von 2013 bis 2017 waren dies in fünf Ortsgemeinden der VG Westerburg 20 Projekte. Das Projektvolumen belaufe sich für Wallmerod auf insgesamt 50,8 Millionen Euro, führte Lütkefedder weiter aus. Davon entfallen rund 70 Prozent auf den Erwerb und die Sanierung alter Bausubstanz und 30 Prozent auf die Bebauung von Baulücken, Abriss alter Gebäude und Neubau an gleicher Stelle. Dabei seien mehr als 950 000 Euro an Zuschüssen bewilligt und ausgezahlt worden, so der Wallmeroder VG-Chef. Die Bilanz von Klaus Lütkefedder sieht nur positive Effekte: Die Attraktivität der Orte wurde erhöht, Einwohner wurden gehalten, Neubürger kamen hinzu, in den Ortskernen leben Jung und Alt zusammen, heimische Firmen partizipierten von Aufträgen, und der Flächenverbrauch für Wohnbebauung wurde auf Null reduziert. Der Bürgermeister der VG Westerburg hofft nun, dass die Marke „Leben im Dorf“, die wohl bundesweit etabliert ist, auch in „seinen“ Ortsgemeinden eine ähnliche Erfolgsgeschichte wird. Die Weichen dafür sind gestellt.

Kooperation wall web 2017

Die Chefs der Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg, Klaus Lütkefedder und Gerhard Loos (2. und 3. von links), unterzeichnen im Beisein ihrer Bauamtsleiter Mario Steudter (links) und Dirk Trompeter die gemeinsamen Vereinbarungen für die Umsetzung der Programme „Leben im Dorf – Leben mittendrin“ und „Lange leben mittendrin“. Foto: Hans-Peter Metternich

Info:

300 Projekte des Wallmeroder Modells „Leben im Dorf – Leben mittendrin“ wurden von 2004 bis Ende dieses Jahres gefördert. Das Projektvolumen beläuft sich auf 50,8 Millionen Euro, wofür fast 951 000 Euro an Zuschüssen gewährt wurden.

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 20. Dezember 2017, Seite 18

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