Neue B 255 für den Verkehr freigegeben

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Bauarbeiten nach 9 Jahren Bauzeit mit dem Banddurchschnitt beendet

Mit dem obligatorischen Banddurchschnitt wurde die Umgehung der B 255 offiziell eröffnet. Diesen vollzog Elisa Wetzlar aus Niederahr, die im Jahr des 1. Spatenstichs 2007 geboren wurde.

Zur Verkehrsfreigabe der neuen B 255 konnte Lutz Nink, der Leiter der Niederlassung Diez des Landesbetriebes Mobilität zahlreiche Gäste aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie Mitarbeiter verschiedener Fachbehörden, Planungsbüros und der ausführenden Firmen begrüßen. Das gesangliche Rahmenprogramm gestalteten der gemischte Chor Niederahr und die Schülerinnen und Schüler der Ahrbach-Grundschule. Bevor Pastoralreferent Franz Hennemann und Pfarrer Winfried Wehrmann, die Einsegnung der Strecke ökomenisch, oder wie sie sagten „zweispurig“ vornahmen, wandten sich die Vertreter des Bundes und des Landes an die zahlreich erschienenen Besucher.

B 255 11 2016

Zunächst erläuterte Herr Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur, der als Vertreter der Bundesregierung an der Eröffnung teilnahm, die Historie und den Ablauf der Baumaßnahme. Er ging auf die hohe Verkehrsbelastung der B 255 ein, die derzeit bei 12.000 Fahrzeugen pro Tag liege und nach den Prognosen bis 2030 auf 16.000 Fahrzeuge ansteigen würde. Von daher sei die Maßnahme mit einer hohen Priorität im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt worden. Insgesamt habe die Bundesregierung rund 52 Millionen Euro in die Umgehung investiert.

Der Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz, Herr Staatssekretär Andy Becht vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau informierte darüber, dass auf dem 5,7 km langen Streckenabschnitt u.a. 17 Ingenieurbauwerke errichtet wurden. Der schwierige Baugrund und insbesondere die Gründungen im Bereich des Tonabbaus seien eine große technische Herausforderung gewesen. Zudem sprach er die Abstimmungsprobleme beim Bau der Bahnbrücke an. „Auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist, hat der Landesbetrieb Mobilität im Wesentlichen die Planungs- und Bauaktivitäten zügig umgesetzt“, so sein Fazit.

Bürgermeister Klaus Lütkefedder ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der neuen B 255 für die Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinden Niederahr, Oberahr und Ettinghausen ein. „Mit der Eröffnung der neuen B 255 wird für viele Anwohner etwas wahr, auf das sie Jahrzehnte lang gewartet oder gehofft haben. Der Durchgangsverkehr und in besonderem Maße der Schwerlastverkehr wird aus den Orten nach draußen verlagert. Lärm und Belastungen durch den Straßenverkehr und die trennende Wirkung, die die Bundesstraße in den Ortslagen hatte, sind nunmehr Geschichte.“

Alle Redner waren sich darin einig, dass sich dadurch Entwicklungsmöglichkeiten für die Ortskerne ergeben, an die über Jahrzehnte nicht zu denken war. Dass es einen deutlichen Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region gebe, lasse sich schon heute an den Ansiedlungen im Industriegebiet „Hahner Stock“ ablesen.

Bürgermeister Lütkefedder warb eindringlich dafür, dass die Fertigstellung des Streckenabschnitts der B 255 bis zum „Hahner Stock“ nicht das Ende der Fahnenstange sei. „Die Bundesstraße ist nun einmal die Hauptverkehrsader zur Erschließung des Westerwaldes. Auch die Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden im oberen Teil des Westerwaldes sollten eine realistische Chance auf eine Verbesserung der Verkehrssituation und eine zeitnahe Reduzierung der Belastungen durch den Verkehr erhalten.“ Er bat Herrn Staatssekretär Becht darum, dass im LBM die erforderlichen Planungskapazitäten für die Weiterführung der Strecke auch bereitgestellt werden.

„Ohne Planungen kein Straßenbau, das haben wir vor nicht allzu langer Zeit im Rahmen der Entscheidungen zum Bundesverkehrswegeplan schmerzlich erfahren müssen. Daher gilt es jetzt die Weichen auf Zukunft zu stellen und beim weiteren Ausbau der B 255 dran zu bleiben“, sagte Lütkefedder. Diese Forderung der „Interessengemeinschaft B 255“ sei heute aktueller denn je.

Zum Abschluss dieses außergewöhnlichen Ereignisses waren die Teilnehmer und Besucher zu einem Imbiss in der Sporthalle Niederahr eingeladen, die von Ortsbürgermeister Herrmann Girhard und seinem Team sowie der Feuerwehr dem Anlass entsprechend hergerichtet worden war.

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