„Jedermann“ begeisterte das Publikum

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

Eine beeindruckende Theatervorstellung bot die „Bergbühne“ im Gemeindezentrum in Hahn am See. Mit dem „Jedermann“ hatten sie sich ein schweres Stück ausgesucht, welches die jungen Schauspieler mit Bravour meisterten. Allen voran Stefan Bubolz, der den Jedermann in einer schauspielerisch perfekten Art und Weise verkörperte. Da stimmte alles, Mimik, Gestik und Sprache beherrschte der Jungschauspieler und überzeugte so das Publikum. Da hatten es seine Kollegen recht schwer neben ihm zu bestehen, doch das gelang auch ihnen perfekt. Die Schule der Theaterpädagogin Bärbel Vienna-Garn war nicht zu verkennen und gepaart mit einer ordentlichen Portion Spielfreude überzeugten die meist jungen Schauspieler das Publikum.

Bergbuehne Jedermann 2015

Stefan Bubolz als Jedermann im Sarg diskutiert mit seiner Gesellin Sarah Gläßer. Annika Bire, Beatrix Dehio, Melissa Löffler, Nic Heuser, Pia Heuser, Katja Riedel und Jana Heuser (v. r.) verfolgen den Disput.

Das Leben und Sterben des reichen Mannes „Jedermann“ steht im Mittelpunkt der Aufführung. Gott erkennt, dass sich die Menschen von ihm abwenden und stattet bei dem reichen Herren Jedermann ein Exempel ab. Er soll vor das göttliche Gericht gebracht werden, und dafür hat er eine Stunde Zeit sich vorzubereiten. Für diese Stunde hofft er auf Unterstützung seiner Buhlschaft oder aber seines Patenkindes, die diese jedoch allesamt verweigern. Am Ende steht Jedermann ganz alleine vor Gott, von Tod und Teufel, der um seine Seele ringt, bedrängt, und muss sich alleine vor dem Allerhöchsten verantworten.

Der Klassiker von Hugo von Hofmannsthal kommt nicht als verstaubtes Stück auf die Hahner Bühne. Die jungen Schauspieler füllen es mit Leben und in der Interpretation, in der es Vienna-Garn spielen lässt, sind einige Neuheiten erlaubt. So kommen Handys genauso zum Einsatz wie rockige Elemente, die der Inszenierung gut tun. Auch erlaubt sich die Theaterpädagogin die Freiheit inhaltlich das Stück zu ergänzen. So ist bei seinem Dialog mit Gott der Glaube wieder mit dabei, „Denn ohne Glauben keinen Weg ins Ewige Leben“ so Vienna-Garn. Die Schauspieler müssen oftmals in mehrere Rollen spielen, das gelingt besonders Annika Bire sehr gut, die sowohl den Teufel als auch Jedermanns Werke verkörpert. Melissa Löffler muss sogar in drei Rollen schlüpfen, so spielt sie eine Magd, die dicke Base und den Mammon. Überzeugend auch Nic Heuser, der den armen Geschäftsmann ebenso wie den Tod spielt.

Dem Kulturförderverein der Verbandsgemeinde Wallmerod hat mit der „Bergbühne“ eine Bereicherung der heimischen Kulturlandschaft geschaffen. Als Veranstalter kann er auf eine mehr als geglückte Premiere in Hahn am See schauen, zumal es auch für das Gemeindezentrum in Hahn eine Premiere darstellte, da erstmals in dem ehemaligen Kirchengebäude eine Theateraufführung stattfand. Sämtliche Akteure genossen am Ende der Vorstellung stehende Ovationen und einen langanhaltenden Applaus - der gerechte Lohn für eine hervorragende Inszenierung. Wer es verpasst hat diese zu verfolgen hat am Samstag den 12. September um 20 Uhr die Gelegenheit das Versäumte nachzuholen. Karten sind noch an der Abendkasse zum Preis von 8 Euro (4 Euro Jugendliche bis 17 Jahre) erhältlich.