100-Megabit-Unterschied für VG Wallmerod

Geschrieben von: Leben im Dorf am .

100mbit-2015Verbandsgemeinde vollständig an Glasfasernetz angeschlossen

Die Verbandsgemeinde Wallmerod ist die erste, die ihn im Westerwaldkreis hat: den Anschluss der Ortsgemeinden an das Kabel-Glasfasernetz. Ein Grund zum Feiern findet Klaus Lütkefedder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, denn schließlich sei die Geschwindigkeit des Internets heute ein wichtiger Standortfaktor für Gewerbe und auch privat. Die VG Wallmerod liegt mit einer möglichen Übertragungsgeschwindigkeit schon jetzt bei 100 Megabit pro Sekunde. Durch den Anschluss an das Glasfasernetz kann diese noch weiter erhöht werden.

Möglich gemacht hat das Glasfasernetz die Energieversorgung Mittelrhein (evm) mit ihren Tochtergesellschaften. Sie investieren rund 18 Millionen Euro für die Glasfaser-Infrastruktur im Westerwaldkreis. Das notwendige Know-how liefern neben der Kevag Telekom GmbH (KTK) die Energienetze Mittelrhein. Laut Christian Schröder, Unternehmenssprecher der evm, resultiert der Ansporn für dieses Projekt aus regionaler Verbundenheit der evm und Verantwortung für die Lebensqualität der Menschen in ihren Netzgebieten. Die evm ist das größte kommunale Energie- und Dienstleistungsunternehmen in Rheinland-Pfalz – und zu 100 Prozent in kommunaler Hand. „Über 150 Gemeinden kommen durch die Ausbau-Offensive in den Genuss des Kabel-Glasfasernetzes. Mit dem Anschluss der Ortschaften der Verbandsgemeinde Wallmerod ist das erste Etappenziel erreicht“, bestätigt Bernd Gowitzke, Geschäftsführer der KTK.

„Es gibt derzeit kein schnelleres Medium für die Übertragung von Daten als Glasfaser“, erklärt der Geschäftsführer weiter, und fügt an: „Gemeinsam machen wir durch den Ausbau fast alle Kommunen des Landkreises fit für die Zukunft mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 200 Megabit pro Sekunde und mehr.“ Bis spätestens 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Über 250 Kilometer Glasfaserleitung liegen dann unter der Erde.

Angeschlossen werden daran neben den Ortsnetzen mit privaten, gewerblichen und öffentlichen Nutzern auch Erzeugungs- und Verteilungsanlagen im Stromnetz der Energienetze Mittelrhein. „Das ist ein aktiver Beitrag zum Gelingen der Energiewende“, erklärt Christian Schröder. In vielen dezentralen Anlagen wird heute Strom aus erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind erzeugt. Das Angebot der Natur richtet sich aber nicht nach dem momentanen Bedarf. Das heißt, der Netzbetreiber muss für einen Ausgleich sorgen, damit die Stromversorgung sicher funktioniert. Denn das tut sie nur, wenn ins Netz immer genau so viel elektrische Energie eingespeist wird, wie gerade nachgefragt wird. „Netzbetreiber müssen die Strommengen aktiv managen – verkaufen, speichern oder zukaufen, je nach Situation“, führt der Unternehmenssprecher aus. „Das ist eine hochkomplexe technische wie logistische Angelegenheit, die bei weiterem Fortschritt der Energiewende eine intelligente Steuerung des Netzes voraussetzt“, ergänzt er. Eine solche erfordere den Anschluss an das Glasfasernetz für den notwendigen Datenaustausch. Das gleichzeitige Verlegen von Stromkabel und Glasfaser spart zudem Kosten und macht die Stromnetze sukzessive unempfindlicher gegen Störungen von außen. Denn erdverlegte Kabel sind unter anderem sicher vor Witterungseinflüssen. Durch die Ausbau-Offensive im Westerwaldkreis haben zukünftig mehr als 80 000 Haushalte die Möglichkeit, einen superschnellen Internetanschluss zu nutzen.

100mbit 2015Das Bild zeigt von links: Christian Schröder (Unternehmenssprecher evm), Klaus Lütkefedder (Bürgermeister der VG Wallmerod), Bernd Gowitzke (Geschäftsführer KTK) und Christof Furch (KTK) beim offiziellen Startschuss für das schnelle Internet in der Verbandsgemeinde.
 
Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 13. August 2015, Seite 14